Dienstag, 24. August 2010

Betreff: Tiefpunkt

"Die eigene Verletztheit nimmt dadurch nicht ab, dass man bessen ist, sie auf ihre möglichen Verursacher aufzuteilen.
Wer heimzahlt, steht nachher selbst immer noch ärmer da.
Dein stürmischer Auftritt, die Verleugnung deiner Schüchternheit, die Negierung deiner Ängstlichkeit, dein 'mitreißendes Verlangen', dem ich mich - das hattest du wohl gewusst - nicht entziehen würde wollen und können, dein perfekt durchgezogener Plan, dein Auf-die-Spitze-Treiben und Fallenlassen, als wäre Intimität die wertloseste Sache der Welt, dein wohl kalkulierter Abgang, dein professionelles Verschwinden - das waren keine Vergeltungsmaßnahmen, das war eine einzige Verzweiflungsaktion.
Deine Blicke danach sollten sagen: 'Das war es doch, was du von Anfang an wolltest. Hier hast du es gehabt.' Nein, das wollte ich nicht, und du weißt es!
Gleichzeitig so nah und so fern waren wir uns noch nie gewesen.
Das war unser Tiefpunkt. 
Du  kannst mich nicht täuschen.
Du bist nicht die Souveräne, die Mächtige, die Coole, die Kränlungen auf diese Weise in Sige verwandeln kann.
Wirklich bestraft hast du mich einzig mit deiner Sprachlosigkeit. Was uns bis heute miteinander verbunden und aneinander gebunden hat, waren - Worte. Emmi, wenn dir noch etwas an mir liegt dann rede mit mir!"
Daniel Glattauer-Alle sieben Wellen

1 Kommentar:

Jacqueline hat gesagt…

Riesengroße Fragezeichen......???